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Ideen für Altes Pfarrhaus in Hann. Münden gesucht

Wechselvolle Geschichte: Das Alte Pfarrhaus befindet sich direkt gegenüber der Sankt-Blasius-Kirche und damit zentral in der Altstadt.

Das Alte Pfarrhaus in Hann. Mündens Mitte wurde verkauft. Ein Paar will die Immobilie sanieren und entwicklen. Dafür sammeln sie Ideen.

Hann. Münden – Ein Schmuckstück in Hann. Mündens Mitte soll wieder Auferstehen: das Alte Pfarrhaus, direkt gegenüber der Sankt-Blasius-Kirche. Günther Bokemeyer und seine Partnerin Bettina Wuth haben das Gebäude erstanden. Seit Anfang dieses Jahres ist der Kauf besiegelt, es gingen längere Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft voraus, da die Eigentümer des Hauses gestorben waren.

Hann. Münden: Käufer wollen Haus sanieren

Die Käufer hatten im Ortsteil Lippoldshausen 2015 ein Fachwerkhaus saniert, das sie seit 2019 bewohnen. Bokemeyer stammt aus Ostfriesland und war lange selbstständig in der Baubranche. „Ich habe mich direkt in das Haus und in Hann. Münden verliebt“, sagt er.

Bettina Wuth und Günther Bokemeyer wollen das Alte Pfarrhaus am Mündener Kirchplatz zu einem Wohn- und Geschäftshaus entwickeln. Dafür suchen sie Anregungen, die sie via Mail sammeln.

Über den Kaufpreis der Immobilie möchte er nicht sprechen. Allerdings geht er davon aus, mehr 600 000 Euro in den Gebäudekomplex investieren zu müssen. Geplant sei, das Haus zu restaurieren und dann zu vermieten. Im Erdgeschoss soll eine Geschäftsfläche und in den oberen Geschossen sollen Wohnungen angeboten werden. Das Ganze soll barrierefrei sein, über einen Fahrstuhl im Hinterhof denkt er nach.

Ideen gesucht: Jeder kann sich beteiligen

„Wir sind für alle Ideen offen“, sagt Wuth. „Wir wollen keine Kette in den Geschäftsräumen“, fügt Bokemeyer hinzu. Auch für „Shared-Space-Projekte“ – dabei teilen sich mehre Händler einen Geschäftsraum und die Miete – begeistern sie sich. Insgesamt umfasst das Areal mit Vorder- und Hinterhaus und Lagerräumen 600 Quadratmeter.

Im Erdgeschoss befindet sich ein Geschäftsraum. In diesem war, vor einem Brand im Juli 2019, ein Familiencafé untergebracht. Darüber befindet sich ein weiterer Geschäftsraum, der als eigenes Büro oder als Ergänzung zum Erdgeschoss genutzt werden kann. Auf drei darüberliegenden Stockwerken befindet sich Wohnraum. Baulich könnte man diesen auch trennen, sagen die Beiden. Dazu kommen Lagerräume, Innenhöfe und Terrassen.

„Wir machen uns keinen Druck“

„Wir machen uns keinen Druck“, sagt Bokemeyer auf die Frage nach dem Zeitplan. Im Moment wollen sie die „Coronasituation“ nutzen, um Ideengeber für ihr Projekt zu finden. Zudem stehen sie in Kontakt mit der Stadt Hann. Münden, namentlich mit der Denkmalpflegerin Sabine Momm. Die Instandsetzung des 500 Jahren alten Hauses soll so originalgetreu wie möglich sein.

1560 ist auf der Inschrift am Alten Pfarrhaus in Hann. Münden zu lesen. Allerdings sieht es aus, als würde eine weitere römische Ziffer abgeschnitten.

Laut eigener Aussagen hat das Paar mit der Restaurierung von alten Fachwerkhäusern Erfahrung. Sie saniert diese und vermietet sie dann.

Ideen können via Mail gesendet werden

Um Ideen für die Entwicklung des Alten Pfarrhauses zu finden, haben Günther Bokemeyer und Bettina Wuth eine Mailadresse eingerichtet. „Jeder kann mitmachen“, sagen sie. Das werde bereits angenommen. „Diese beste Idee gewinnt“, fügen sie hinzu. Ziel sei es, dass Unternehmer das Gebäude sowohl als Geschäfts- als auch als Wohnhaus nutzen können. „Wir wollen die Leute wieder in die Stadt holen.“ Sie sind unter der E-Mail-Adresse [email protected] erreichbar. 

Hann. Münden: Brand erschütterte 2019 die Fachwerkstadt

Das Alte Pfarrhaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Laut einer Inschrift stammt es aus dem Jahr 1560. Lange Jahre befand sich eine Buchhandlung in den Geschäftsräumen im Erdgeschoss. Nach der Aufgabe der Buchhandlung befand sich ein Familiencafé in den Räumen.

In die Schlagzeilen geriet das stattliche Fachwerkhaus, als im Jahr 2019 ein Feuer ausbrach. Am 30. Juli wurde gegen 2.34 Uhr die Feuerwehr zu einem Containerbrand an die Straße Kirchplatz gerufen.

Bei Ankunft hatten die Flammen bereits auf das Familiencafé im Erdgeschoss und auf ein anliegendes Gebäude übergegriffen. Verletzt wurde niemand. Hann. Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig sprach damals davon, dass die Altstadt „haarscharf an einer Katastrophe vorbei“ gekommen wäre. Nachfolgende Ermittlungen ergaben, dass es sich um Brandstiftung handelte.

Brandstiftung an altem Pfarrhaus in Hann. Münden

Das bestätigte im Juli 2020 Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue auf Anfrage unserer Zeitung. Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft hätten allerdings zu keinem hinreichenden Tatverdacht gegen eine Person geführt. Es sei nach wie vor unklar, wer den Brand gelegt haben könnte. Klar sei, dass in den Räumen des Cafés im Erdgeschoss eine größere Menge von Brandbeschleuniger ausgebracht und angezündet wurde. Der Gesamtschaden wurde auf 50 000 Euro geschätzt.

Juli 2019: 63 Feuerwehrleute rückten aus, um ein Feuer in dem Alten Pfarrhaus zu löschen. Die Flammen waren von einem Container auf das Erdgeschoss und das Nachbarhaus übergegangen. Archivfoto

Im Erdgeschoss sind die Brandspuren noch deutlich zu sehen, die Wände und Flächen sind verrußt. „Wir müssen alles rausreißen“, sagt Günther Bokemeyer, der zusammen mit seiner Lebenspartnerin Frau Bettina Wuth das Haus erworben hat. Der Brandschaden habe sie nicht vom Kauf abgehalten, berichten sie. Im Haus soll Gewerbe- und Wohnfläche entstehen. Bokemeyer spricht von einer „hochwertigen Sanierung“, die er mithilfe von Fachfirmen in die Wege leiten möchte.

Nach dem Tod der Besitzer war das Haus von einer Erbengemeinschaft verwaltet worden. Zudem hatte es Klärungsbedarf mit der Versicherung gegeben. (Jens Döll)

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