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In der Krise - Leverkusen patzt auch gegen Zweitligist Karlsruhe

Mit einer faustdicken Überraschung hat der Karlsruher SC die nächste Runde im DFB-Pokal erreicht und den hohen Favoriten Bayer Leverkusen in eine erste kleine Krise gestürzt. Der Zweitligist gewann am Mittwochabend beim mittlerweile seit vier Pflichtspielen sieglosen Bundesliga-Vierten mit 2:1 (1:0) und steht wie im vergangenen Jahr im Achtelfinale des Wettbewerbs. Die Leverkusener hingegen verpassten erstmals seit fünf Jahren die Runde der letzten 16 Teams.

Vor 13. 060 Zuschauern in der BayArena erzielten Lucas Cueto (4. Minute) und Kyoung-Rok Choi nach einem fatalen Patzer von Bayer-Torhüter Lukas Hradecky (63.) die Treffer für den KSC, der zuvor in vier Pflichtspielen nur einen Sieg holte. Jeremie Frimpong hatte zwischenzeitlich für Leverkusen ausgeglichen (54.).

Nach der gefühlten Niederlage beim rheinischen Nachbarn 1. FC Köln (2:2) hatte Bayer-Coach Gerardo Seoane „eine Reaktion“ gefordert. Zu sehen bekam der Trainer aber wieder einmal das oft so schwankungsanfällige Spiel der hoch veranlagten Bayer-Elf. Trotz aller technischen Überlegenheit machten sich die Leverkusener mit Abspielfehlern und Ungenauigkeiten das Leben selbst schwer. Das reichte, um gegen den gut organisierten Zweitligisten in große Schwierigkeiten zu geraten.

Mit der ersten Chance kamen die Gäste durch Cueto auch gleich zum Führungstreffer, nachdem Hradecky einen Kopfball von Philipp Hofmann zunächst noch abwehren konnte, dann aber gegen den Nachschuss machtlos war. Bayer-Verteidiger Edmond Tapsoba war in dieser Szene nicht auf der Höhe.

Leverkusens Rotation hinterließ Wirkung

Als Manko erwies sich bei Leverkusen das Fehlen eines echten Torjägers. Der in der Liga acht Mal erfolgreiche Patrik Schick muss wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk die nächsten Wochen pausieren, beim angeschlagenen Lucas Alario (muskuläre Probleme) wollte Seoane kein Risiko eingehen. Auch Karim Bellarabi stand nicht zur Verfügung. So veränderte der Coach sein Team auf sechs Positionen, auch Jungstar Florian Wirtz saß zunächst draußen.

Die große Rotation machte sich bemerkbar, die Gastgeber bestimmten zwar das Spiel, taten sich aber äußerst schwer gegen die kompakte und oft hoch verteidigende KSC-Abwehr. So fehlte bei den guten Chancen von Moussa Diaby (10.), Amine Adli (12. und 34.) sowie Geburtstagskind Nadiem Amiri (19.) in der ersten Halbzeit die Durchschlagskraft.

Mit neuem Schwung kam Bayer aus der Pause. Ließ Diaby eine 2:1-Situation noch fahrlässig liegen (48.), war es dann aber doch passiert. Nach Doppelpass mit Adli erzielte Frimpong sein erstes Pflichtspieltor für Bayer. Das Spiel schien nun seinen erwartbaren Verlauf zu nehmen, bis sich Hradecky einen schlimmen Aussetzer erlaubte. Der Bayer-Keeper spielte einen Pass direkt in die Füße von Choi, der zur erneuten Führung des Außenseiters traf. Bayer warf nun alles nach vorne, brachte Wirtz und vergab hochkarätige Torchancen durch Adli (76.) und den erst 16 Jahre alten Debütanten Iker Bravo (77.).

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Quelle: WELT