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Kinderschutzprojekt in Wesseling: Workshop über Kinderrechte, Gewalt und eigene Gefühle

Wesseling -

In der Aula der Goetheschule ist heute viel los. Kinder der dritten Jahrgangsstufen sitzen oder knien auf dem Boden, unterhalten sich, malen, schreiben Stichworte auf oder recken ihre Hand nach oben, weil sie eine Frage stellen möchten.

Leichtes Stimmengemurmel ertönt aus den Kleingruppen, die um verschiedene Aufsteller herum versammelt sind. Auf den Schildern stehen Titel wie „Kinder haben Rechte“ oder „Gefühle“. Der Kinderschutzparcours steht heute auf dem Programm der Schulklassen, veranstaltet von der Abteilung Kinder- und Jugendförderung des städtischen Jugendamts.

Schwerpunkte sind Kinderrechte, Gewalt, Gefühle und Nähe

Beim Kinderschutzparcours steht die spielerische Auseinandersetzung mit oft schwierigen Themen im Mittelpunkt, die aber auch in jungem Alter in Bezug auf Gewaltprävention bereits wichtig sind. Das Konzept für das Projekt stammt von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen.

Der Parcours gliedert sich in vier Stationen mit den Schwerpunkten Kinderrechte, Gefühle, Gewalt sowie Nähe und Distanz. „In Kleingruppen gibt es dann kreative Elemente, Gespräche und auch sportive Elemente, um die Kinder mit den Themen in Kontakt zu bringen“, erklärt Markus Kröger, Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendförderung.

Kinder setzen sich auch mit Privatsphäre auseinander

Jede Klasse der dritten Jahrgangsstufe werde in vier Kleingruppen aufgeteilt, die die Stationen im Zeitraum von insgesamt zwei Stunden durchlaufen. So könne eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Themen gewährleistet werden.

Betreut werden die Stationen von für das Projekt geschulten Schulsozialarbeitern und weiteren Mitarbeitern. Eine davon ist Stefanie Schockmann, eine Semesterpraktikantin, die die Kinder an der Station „Kinderrechte“ unterstützt. „Wir setzen uns dabei auch mit Themen wie Privatsphäre auseinander“, erzählt Schockmann. „Zum Beispiel, wie kann ich meine Privatsphäre kommunizieren?“ Dafür beschriftet die Gruppe gerade Schilder, die sie an ihre Zimmertür hängen wollen, um klarzumachen, ob jemand hereinkommen darf oder nicht.

Projekt solle künftig jedes Jahr stattfinden

„Die Aktion kommt gut an bei den Teilnehmern“, freut sich der kommissarische Schulleiter Lukas Rühlmann. Die Schüler äußerten sich offen, auch zu schwierigen Themen, und seien sehr neugierig. Sozialkompetenz sei grundsätzlich ein großes Thema an der Schule. So engagiert sich die Goetheschule unter anderem als Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt.

Der Kinderschutzparcours findet an allen sechs Wesselinger Grundschulen statt, insgesamt nehmen etwa 300 Schülerinnen und Schüler teil. Die Rückmeldungen zum Projekt seien bisher durchweg sehr gut, sagt Kröger vom Jugendamt, sowohl bei Kindern als auch Lehrkräften. Daher wolle man sich dafür einsetzen, dass der Parcours künftig jedes Jahr mit den dritten Klassen durchgeführt wird.