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Leonhardifahrt trifft Roma-Hilfe

Landrat Christoph Göbel (5.v.l.) strahlt mit den Geehrten: v.l. Alois Spies, Peter Friedrich, Hans Loidl, Susanne Vordermaier, Gerlinde Zinkeisen, Helmut Six, Korbinian Kroiß, Josef Mauterer, Christina Toteva-Vesselinova und Horst Fleck.

In Aying wurden staatliche Bundeauszeichnungen vergeben - auch diverse Menschen aus dem Landkreis für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.

Landkreis – Herzlichkeit steht Landrat Christoph Göbel (CSU) oftmals ins Gesicht geschrieben. Aber wenn das Landkreisoberhaupt Ehrungen aussprechen darf, dann ist das Strahlen noch viel größer. Zumal wenn pandemiebedingt Termine lange geschoben werden müssen. Geschehen und gesehen ist dies nunmehr im Brauereigasthof Hotel Aying. In einem Festakt konnte der 46-Jährige Freude bereiten und Freude teilen. Und betonte, wie viel Herz, Engagement und Freizeit notwendig sind, um sich fürs Allgemeinwohl einzusetzen.

Denn die staatlichen und Bundesauszeichnungen wurden vor allem fürs Ehrenamt ausgesprochen. So durften sich Josef Mauterer (Aying, für 25 Jahre) und Alois Spies (Kirchheim, für 40 Jahre) über eine Urkunde für ihr Wirken als Feldgeschworene freuen. „Ich weiß noch als Bürgermeister von Gräfelfing, dass ich stets auf die Feldgeschworene gebaut habe. Die haben viel Wissen, das in keiner Akte zu finden ist.“

Verdienstmedaille im Auftrag des Bundespräsidenten

Mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten wurden Peter Friedrich und Korbinian Kroiß (beide Helfendorf) sowie Susanne Vordermaier (Ottobrunn, siehe Kasten) ausgezeichnet. Im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gab es die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Horst Fleck (Ottobrunn), Hans Loidl (Siegertsbrunn), Christina Nikolova Toteva-Vesselinova (Unterföhring), Helmut Six (Grünwald) sowie Gerlinde Zinkeisen (Straßlach).

Wie unterschiedlich die „um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ (Urkundentext) sein können, zeigten diese fünf Geehrten. Zinkeisen war Mitbegründerin des Helferkreises Asyl in ihrer Gemeinde und zeichnet für den Aufbau einer deutsch-kambodschanischen nicht staatlichen Organisation sowie für den Verein „Hilfe für Kinder in Kambodscha“ verantwortlich. Junge Menschen in dem südostasiatischen Königreich sollen Chancen für eine bessere Zukunft erhalten.

Einsatz gegen Frauenhandel

Toteva-Vesselinova gründete das Projekt FLORIKA, das sich um die Förderung und Unterstützung benachteiligter Mädchen aus einem Roma-Viertel verdient macht. Zu dem Projekt ist die Geehrte durch ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin für eine Beratungsstelle gekommen, weil viele Frauen dem Frauenhandel zum Opfer gefallen waren und wieder in ihre bulgarische Heimat zurückkehren wollten. Helmut Six steht für Völkerverständigung ein, sei es durch seine Mitbegründung des Euro-Arabischen-Freundschaftskreises, sei es durch die Gründung einer Stiftung mit seiner Frau Angela und eines Lehrstuhls an der Hochschule für Philosophie in München oder durch sein persönliches Engagement. Nach eigenen Worten war es Six aber immer wichtig, seine Kenntnisse auch selbst vor Ort zu erwerben. Deswegen habe er sich oftmals ins Auto gesetzt und sei bis nach Marokko oder Pakistan gefahren, um die Menschen dort kennenzulernen. Wichtig sei, „die Vielfalt von Religionen, Kulturen und Gesellschaft zu bewahren“. Dafür stehe er gerne auch mit seinem Lebensmotto: „Dialog ist die Muttersprache der Menschheit“ ein.

Sein Engagement bringt Horst Fleck vor allem im Freistaat ein. Seit 2001 ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Elternverbände Bayerischer Kindertageseinrichtungen und setzt sich für die Fortentwicklung der Elternarbeit ein. Hans Loidls Name wird hingegen stets mit Siegertsbrunn in Verbindung gebracht. Hier war er 40 Jahre lang Vorsitzender des ETC Siegertsbrunn; hier ist er seit 1984 Vorsitzender des Leonhardikomitees und damit die feste Konstante, auch als Marktleiter, beim alljährlichen Leonhardifest. Brauchtumspflege ist bei Loidl in besten Händen. Der Architekt engagiert sich aber auch seit 1990 im Gemeinderat und darüber hinaus im Stiftungskuratorium der Bürgerstiftung München-Land.

Die gute Seele des Ottostraßenfestes

Normalerweise steht bei Susanne Vordermaier aus Ottobrunn das Telefon nicht still. Doch sowohl 2020 als auch heuer musste das Ottostraßenfest abgesagt werden. Die 58-Jährige war von Anfang an dabei, 1986 beim ersten Straßenfest. Seit 2008 ist sie die Organisatorin und Ansprechpartnerin für alle Aussteller, welche sich auf dem Fest präsentieren. Und es sei am Rande nur erwähnt, dass bis zu 25 000 Besucher das Fest an einem Tag schon besucht haben. Deswegen attestierte ihr Landrat Göbel auch, dass „sie nicht aus dem Gemeindeleben Ottobrunns wegzudenken“ sei. Ihrem Organisationsgeschick sei es zu verdanken, dass das Ottostraßenfest eine Institution im Landkreis München sei. Und ein Garant für ein Fest, das man besucht haben muss. Wenn es denn wieder stattfinden darf.

Das hofft auch Vordermaier: „Wenn nächstes Jahr die Wiesn stattfinden darf, dann auch das Ottostraßenfest.“ Das Konzept für 2022 stehe bereits. Schausteller und Mitwirkende haben auch heuer schon wieder angefragt, ob sie sich den Termin vormerken dürfen. Bereits im Januar. Doch alle mussten auf das kommende Jahr vertröstet werden. „Mit all den Einschränkungen ein Straßenfest zu organisieren, das dann vielleicht auch noch ein Problem werden kann, das wollten wir nicht. Deswegen haben wir schweren Herzens auch für heuer abgesagt. Schließlich steht ja auch der gute Ruf unseres Straßenfestes auf dem Spiel“, so Vordermaier.

Natürlich sei es in den vergangenen Monaten vergleichsweise ruhiger gewesen, weil sich sonst bei Vordermaiers am Wohnzimmertisch die Akten und Unterlagen türmen, das Telefon nicht mehr still steht und im Haus die Wohnlichkeit eher hintansteht, damit das Ottostraßenfest auch klappt. Viel Arbeit wird in die alljährliche Veranstaltung verwendet, um es vor allem ein Familienfest werden zu lassen. Zu den Aufgaben gehören von der Standgebühr, über Auflagen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, bis hin zu Strom, Wasser und Müll. Dass dies alles ehrenamtlich getan wird, verdient Anerkennung. Es hängt viel Herzblut daran. Und Herz hat Susanne Vordermaier, die alle Beteiligten mit gleicher Herzlichkeit angeht, damit das Fest ein echter Erfolg wird. Darauf hofft nicht nur Susanne Vordermaier für 2022. Das gilt auch für den Christkindlmarkt, den es heuer noch nicht geben wird in Ottobrunn.

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