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Mehr als 100 Euro Entlastung – Steuerzahlerbund fordert schnellen Inflationsausgleich

Der Bund der Steuerzahler fordert von der nächsten Bundesregierung einen schnellen Inflationsausgleich per Steuerklärung. „Als steuerliche Sofortmaßnahme erscheint mir eine Inflationsanpassung des Einkommensteuertarifs sehr geeignet“, heißt es in einem Schreiben von Präsident Rainer Holznagel an die Führer der Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP, das WELT AM SONNTAG vorliegt. Die Anpassung des Tarifs für 2022 käme demnach allen Steuerzahlern zugute und würde im kommenden Jahr zu weiteren Entlastungen von mehr als 100 Euro führen.

In dem Schreiben reklamiert Holznagel, dass der bereits Ende 2020 beschlossene Tarif für 2022 auf „inzwischen völlig überholten Inflationsprognosen“ beruhe. Die Prognose lag damals bei 1,2 Prozent. Mittlerweile gehen die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute von einem Verbraucherpreisanstieg von drei Prozent aus.

Deshalb müssten die Tarifeckwerte stärker steigen als bislang angenommen – steigen werden sie wie schon in den Vorjahren in jedem Fall. Nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes müsste beispielsweise der Grundfreibetrag im kommenden Jahr statt bei 9984 Euro, wie bislang festgelegt, unter Berücksichtigung der höheren Inflation bei 10.036 Euro liegen.

Die Experten haben den möglichen Spareffekt des zusätzlichen Inflationsausgleichs für 2022 berechnet. Ein Single mit einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 Euro hätte im kommenden Jahr nicht nur 110 Euro mehr auf dem Konto, wie nach den bisherigen Plänen, sondern 216 Euro – der zusätzliche Inflationsausgleich läge also bei 106 Euro. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 75.000 Euro kämen noch einmal 143 Euro hinzu.

Ähnlich sind die Effekte bei Familien. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem gemeinsam veranlagten Einkommen von 60.000 Euro hätte nicht nur 142 Euro mehr, sondern 238 Euro, das ist ein Plus von 96 Euro. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 Euro erhöht sich die Ersparnis im kommenden Jahr um 146 Euro, nämlich von 176 Euro auf 322 Euro. Der Steuerzahlerbund geht davon aus, dass der zusätzliche Abbau der kalten Progression den Staat rund 2,5 Milliarden Euro kosten würde.

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