Sömmerda (Thüringen) – Die Liebe seines Lebens starb an Krebs. Aber ihr schöner Geist blüht jetzt in seinem Garten weiter.

Thomas Firme (63) aus Buttstädt (Thüringen) ließ die Asche seiner verstorbenen Frau Irmgard († 58) mit Pflanzsubstrat vermischen und baute ein Bäumchen in seinem Garten an. Jetzt wächst aus ihr eine Kupfer-Felsenbirne.

Mehr als 36 Jahre waren Thomas und Irmgard verheiratet. 2012 erkrankte sie an Krebs, am 8. Juli 2018 verstarb Irmgard an einem Hirntumor. Der Witwer: „Sie hat ihren Garten geliebt, wollte dort auch am liebsten beerdigt werden.“

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Irmgard († 58) starb 2018 an Krebs

Foto: Jacob Schröter

Das ist aber in Deutschland laut Bestattungsgesetz verboten. Also suchte Thomas nach einer Alternative. Er fand die sogenannte Baumbestattung „Tree of life“ (deutsch: „Baum des Lebens“). Die Urne mit der Asche wird in eine Baumschule in die Niederlande geschickt, dann mit dem Pflanzsubstrat des Wunschbaumes gemischt (Kosten: ca. 1500 Euro).

Der Witwer: „Ich habe mich für die Kupfer-Felsenbirne entschieden. Ich kannte den Strauch vorher nicht, er war für mich etwas Besonderes – so wie meine Irmgard.“

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Der Witwer ist Inhaber eines Baustoffmarktes

Foto: Jacob Schröter

Inzwischen ist das Bäumchen schon zwei Meter hoch und trägt schöne weiße Blüten. Thomas: „Wenn ich morgens aus dem Küchenfenster schaue, sehe ich das Bäumchen. Es ist fast so, als lächelt mir Irmgard zu. Die Vorstellung, als Baum weiterzuleben, hätte ihr sicher gefallen.“

Im Spätsommer werden aus den Blüten rote, süße Früchte entstanden sein. „Aus ihnen mache ich dann Marmelade“, sagt der Witwer und lächelt.

„Irmgard hat meinen Humor geliebt.“