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Mit sicheren Stichen klar über dem Durchschnitt

Nachwuchsschneiderin Paula Schmalisch aus Hohenschäftlarn bekommt den Preis des Deutschen Handwerks

Paula Schmalisch ist in die beruflichen Fußstapfen ihrer Oma getreten und hat eine Ausbildung zur Schneiderin gemacht. Eine gute Entscheidung, wie sich jetzt herausstellt.

Hohenschäftlarn – Fast hätte Paula Schmalisch 2018 nach ihrem Realschulabschluss keinen Ausbildungsplatz gefunden. „Ich habe mich überall beworben, wo ich etwas gesehen habe“, erzählt die inzwischen 19-jährige Hohenschäftlarnerin. Auch von zahlreichen Absagen ließ sie sich nicht entmutigen, denn dass sie einmal Schneiderin werden will, wusste sie bereits im Kindergarten.Sie ließ sich von niemandem davon abbringen, ihren Traum weiter zu verfolgen und in die beruflichen Fußstapfen ihrer Großmutter zu steigen.

Ihre Oma war Trachtenschneiderin und mit Herzblut engagiert im Trachtenverein von Hohenschäftlarn, „So bin ich eigentlich aufs Schneidern gekommen“, sagt Schmalisch. Doch ihre Oma war zunächst skeptisch, ob der Beruf der richtige für ihre Enkeltochter wäre. Zu viel Arbeit. Zu schlechte Bezahlung. „Aber ich habe mich durchgesetzt“, sagt die Nachwuchsschneiderin.

Beste Punktzahl der Innung

Spätestens seit ihrem Abschluss ist klar, dass sich ihre Beharrlichkeit gelohnt hat. Bei der Abschlussprüfung hat sie die beste Punktzahl der gesamten Innung abgeräumt und ist damit Siegerin des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks auf Kammerebene geworden. In der Kategorie Maßschneiderin (Schwerpunkt: Damen). 82 Handwerkerinnen und Handwerker wurden dabei von der Handwerkskammer als „Beste in ihrem Fach in Oberbayern“ geehrt. „Ich habe echt nicht damit gerechnet, aber ich bin Kammersiegerin geworden“, freut sich Schmalisch. Mit ihrem Sieg hat sie sich automatisch auch für den Leistungswettbewerb auf Landesebene qualifiziert.

Die 19-jährige Hohenschäftlarnerin absolvierte ihre Ausbildung von 2018 bis 2021 bei der Modeschöpferin Irene Luft. „Wir haben da Promis ausgestattet und waren auf der Fashion Week in Berlin“, erzählt sie, „aber wir haben auch normale Kleidung für den Laden an der Donnersberger Straße angefertigt.“

Keine Lust auf Arbeit als Modedesignerin

Modedesignerin möchte sie später jedoch nicht werden, sagt sie. „Das ist so viel Arbeit für zehn Minuten Show.“ Sie sieht sich eher an der Schnittstelle zwischen Design und Produktion und macht deshalb momentan eine einjährige Weiterbildung auf der Fachschule für Schnitt und Entwurf. „Da lerne ich die Schnitte zu erstellen, damit man ein Kleid dann überhaupt nähen kann.“ Damit könne sie dann auch in industriellen Betrieben besser einen Job finden. Denn ihre bisherige Ausbildung war rein handwerklich. Auch ihr Gesellenstück, ein Kleid mit Mantel, hat sie, inklusive Taschen, Reißverschluss, Stickereien und Reversverarbeitung, komplett per Hand angefertigt.

Erst Arbeitserfahrung und dann auf die Meisterschule

Nach der Weiterbildung möchte Paula Schmalisch erst etwas Arbeitserfahrung sammeln und dann auf die Meisterschule gehen. „Da lernt man dann auf Maß anfertigen, bekommt einen Ausbildungsschein und wird darauf vorbereitet, mal ein eigenes Unternehmen zu führen.“ Mit ihren noch nicht einmal 20 Jahren bleibt ihr jedenfalls genug Zeit, um ihre Träume zu verwirklichen. Viele haben in dem Alter keine genaue Vorstellung von ihrem Werdegang, doch Paula Schmalischs Idee ihrer Zukunft wirkt wasserfest: „Ich habe das Gefühl, das ist ein Beruf, den könnte ich mein Leben lang machen.“

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