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Mobiles Arbeiten im Ausland: Hat das Büro unter Palmen eine Zukunft?

Irgendwann im März 2021, als der November-Lockdown schon Monate andauerte und der Frühling einfach nicht zu kommen schien, hatte Andreas ­Theyssen die Nase voll. Mit zwei Kollegen traf er sich abends – nicht richtig natürlich, nur virtuell. Die drei Unternehmensberater arbeiteten zu diesem Zeitpunkt im Homeoffice. Nun tranken sie zumindest über die Bildschirme hinweg ein Bier zusammen. „Uns fiel allen gnadenlos die Decke auf den Kopf“, sagt Theyssen.

Deswegen führte ihr Gespräch dieses Mal weiter als sonst. Theyssen und seine Kollegen beschlossen abzuhauen, raus aus den eigenen vier Wänden, um diesen endlosen Lockdown hinter sich lassen. Den gesamten Mai, so planten sie es, würden sie auf der spanischen Insel Fuerteventura ein Ferienhaus mieten. Immer noch im Homeof­fice, dann aber wenigstens mit dem Meer vor der Haustür.

Ginge es nach Theyssen, er würde es sofort wieder tun. Auf Fuerteventura hätten seine Kollegen und er zwar wie vorher weiter gearbeitet, „das ließ sich leider nicht vom Strand aus erledigen“. Wegen der einstündigen Zeitverschiebung ging es sogar schon früher los. Der Unterschied war nur: „Wir konnten jeden Abend essen gehen, das war schon ein Highlight, nachdem wir ein halbes Jahr kein Restaurant von innen gesehen hatten.“

300 Meter sei die Unterkunft vom Strand entfernt gewesen, wirklich besucht hätten sie den nur am Wochenende. Aber darum sei es auch nicht gegangen. „Es war einfach nicht mehr so eintönig“, sagt Theyssen. Abends beim Essen seien sie auf Ideen für ihre Projekte gekommen, so wie früher im Konferenzraum. Ihr Arbeitgeber, sagt Theyssen, habe nichts dagegen gehabt. Nur ein paar Papiere mussten sie ausfüllen, und länger als vier Wochen durfte der Tapetenwechsel nicht dauern.

Ingrid Fray hätte sogar noch länger fort bleiben können als die zwei Monate, die sie während des Lockdowns in ihrer Heimat verbrachte. Die Brasilianerin arbeitet eigentlich beim Matratzen-Start-up Emma in Frankfurt. Anfang Dezember 2020 setzte sie sich aber in ein Flugzeug nach Südamerika. „Ich wohne alleine und konnte meine Freunde während des Lockdowns nicht treffen“, sagt Fray. In Brasilien war Sommer, sie besuchte ihre Familie und konnte von dort arbeiten. Mit ihrer Chefin vereinbarte sie, sofort wieder nach Frankfurt zu fliegen, sollte sie gebraucht werden.

Nach zwei Monaten entschied sie sich aber selbst, zurückzukehren. „Wegen der Zeitverschiebung habe ich immer gegen 4:30 Uhr morgens angefangen zu arbeiten“, sagt sie. So konnte Fray zwar den Nachmittag mit ihrer Familie verbringen, aber irgendwann war ihr die frühmorgendliche Arbeit doch zu anstrengend. Außerdem nahte die Zeitumstellung, danach hätte Fray noch früher aufstehen müssen. Trotzdem erinnert sie sich gerne an die Zeit zurück. „Ich mochte es sehr, so flexibel arbeiten zu können“, sagt sie.

Überall Sehnsuchtsorte: Im Homeoffice schweifen die Gedanken schnell nach Fuerteventura ab.

Überall Sehnsuchtsorte: Im Homeoffice schweifen die Gedanken schnell nach Fuerteventura ab. : Bild: Getty

Theyssen und Fray bestätigen, was viele Büroarbeiter in den vergangenen Monaten gespürt haben: In der Krise wehte frischer Wind durch die verlassenen Gänge der Unternehmen. Die Pandemie hat das Arbeitsleben auf der einen Seite massiv eingeschränkt. Auf der anderen Seite nickten Chefs plötzlich Arbeitsformen ab, die vorher noch undenkbar gewesen waren – ohne sich lange mit Formalitäten aufzuhalten.

Ohne Vorbereitung kann es Probleme geben

„Viele Unternehmen sind in der Pandemie dem ersten Impuls gefolgt, Arbeiten im Ausland unkompliziert möglich zu machen“, sagt Rechtsanwalt Tobias Preising von der Unternehmensberatung KPMG. So viele Angestellte probierten die neue Möglichkeit aus, dass inzwischen auch die Behörden im Ausland auf das Phänomen aufmerksam geworden seien, zumal sich auf diesem Weg Einnahmen generieren ließen. Preising mahnt deshalb zur Vorsicht. Denn Arbeiten in einem anderen Land ohne entsprechende Vorbereitung kann problematisch werden.

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