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Nach Ankunft in Polen: Kristina Timanowskaja „froh, in Sicherheit zu sein“

Kristina Timanowskaja am 4. August am Internationalen Flughafen Narita in Japan Bild: dpa

Die belarussische Sprintern zeigt sich nach ihrer Landung in Polen erleichtert. Sie sei überrascht, dass ihre Situation zu einem „politischen Skandal“ wurde. Der belarussischen Delegation wirft sie vor, ihre Entführung geplant zu haben.

Nach ihrer Ankunft in Polen hat die geflohene belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja ihre Erleichterung ausgedrückt. Sie sei „froh, in Sicherheit zu sein“, sagte die 24-Jährige, die mit Entführungsvorwürfen gegen ihre eigene Delegation während der Olympischen Spiele weltweit Bekanntheit erlangt hat, am Donnerstag in Warschau. Polen hat Timanowskaja ein humanitäres Visum angeboten, das sie annehmen will.

Timanowskaja sagte, sie sei „überrascht, dass die Situation zu einem solchen politischen Skandal wurde, weil sie als sportliches Problem begonnen hatte“. Die Sprinterin beteuerte: „Ich will einfach nur meine sportliche Karriere verfolgen. Ich habe mit meinen Eltern gesprochen und sie sagten, Polen wäre eine gute Option, weil sie irgendwann auch hierher ziehen könnten.“

Timanowskaja berichtete, ihr Ehemann Arseni Zdanewitsch sei ebenfalls auf dem Weg nach Polen, wo vermehrt belarussische Regierungskritiker Zuflucht suchen. Auch Zdanewitsch erhalte ein humanitäres Visum, teilte die polnische Regierung mit. Ihre Eltern hätten ihr berichtet, „dass sie im (belarussischen; d.Red.) Fernsehen schlechte Dinge über mich sagen. Ich habe viele schlechte Nachrichten bekommen, aber noch mehr Unterstützungsbotschaften“, sagte Timanowskaja.

Kritik von Maas und Blinken an belarussischer Delegation

In ihren Fall hatten sich auch ranghohe Politiker aus Europa und den Vereinigten Staaten eingeschaltet. So verurteilten etwa Bundesaußenminister Heiko Maas und sein amerikanischer Amtskollege Antony Blinken das mutmaßliche Vorgehen der belarussischen Delegation, die Timanowskaja wegen kritischer Aussagen über ihre Trainer gegen ihren Willen am Sonntag von den Olympischen Spielen in Tokio abziehen und in die Heimat bringen wollte.

Welche Konsequenzen dem Nationalen Olympischen Komitee von Belarus deswegen drohen, ist ungewiss. Athletenverbände hatten den sofortigen Ausschluss noch während der Spiele in Tokio gefordert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte das NOK bereits im vergangenen Jahr mit Sanktionen belegt. Der international umstrittene Staatschef Alexandr Lukaschenko musste sein Amt als Vorsitzender abgeben, seinem Sohn und Nachfolger Viktor verweigert das IOC die Anerkennung. Zudem sind die finanziellen Zuwendungen ausgesetzt.

Am Mittwoch setzte das IOC eine Disziplinarkommission ein und kündigte an, Leichtathletik-Trainer Juri Moisewitsch und Funktionär Artur Schumak zum Fall Timanowskaja zu befragen.

Timanowskaja hatte als eine von 2000 Sportlerinnen und Sportlern einen Offenen Brief unterzeichnet, in dem Neuwahlen der Regierung und die Freilassung von politischen Gefangenen gefordert wurden. Lukaschenko geht seit der Wahl 2020 mit Polizeigewalt gegen die Demokratiebewegung in seinem Land vor.

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