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Nach jahrelangem Streit: IHK Köln will das Lofthaus in Mülheim wieder verkaufen

Köln -

Die Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) wird  auch künftig  ihren Sitz in der Kölner Innenstadt haben. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Sitzung der Vollversammlung (VV). Am Montagabend entschied das Gremium, dass das Lofthaus in Mülheim, in dem die Mitarbeiter der Kammer im kommenden Jahr einziehen sollten,  entweder verkauft, vermietet  oder der Kauf rückabgewickelt werden soll.

Debatten seit zehn Jahren

Rückblick: Seit rund zehn Jahren wird  über den Sitz der Kammer heftig gestritten. Das derzeitige Gebäude der Kammer in der Innenstadt ist schwer sanierungsbedürftig. Auflagen des Denkmalschutzes, Probleme bei Brandschutz und Asbest führten dazu, dass sich die veranschlagten Kosten einer Sanierung schließlich auf 57 Millionen Euro beliefen. Die Vollversammlung hatte sich allerdings auf einen Kostendeckel von 40 Millionen festgelegt. Nach der Suche eines Neubaus entschieden sich die damaligen Vollversammlungsmitglieder unter Präsident Werner Görg und Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt für das Lofthaus in Mülheim, das die Kammer 2019 für 39,2 Millionen Euro kaufte. Im Gegenzug sollte das alte Gebäude verkauft werden. Einen Ausstieg  gibt es nicht mehr, der Vertrag mit dem Immobilienentwickler Art Invest ist rechtsgültig, das Haus ist nächstes Jahr fertig. Derzeit ist die IHK also  Eigentümerin zweier Häuser.
Die Rechnungsprüfungsstelle (RPS) der Kammer beanstandete  allerdings das gesamte Vorgehen  in mehreren Punkten und verweigerte der IHK ihr Testat für den Jahresabschluss 2019. Die neu gewählte Vollversammlung unter Präsidentin Nicole Grünewald  entschied, dass das Testat erteilt werden sollte und ebnete so im April diesen Jahres den Weg für die Neubewertung.

In den vergangenen Monaten wurden nun die Ansprüche von Kammermitgliedern, ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie von Vertretern aus  Politik und Gesellschaft erfragt, was für sie eine IHK ausmacht. Daraus ergab sich ein Anforderungsprofil, das den Vollversammlungsmitgliedern am Montag präsentiert wurde.

Befragt wurden in der Kammer unter anderem alle VV-Mitglieder eingerechnet Kooptationskandidaten - insgesamt 122 Personen. Stakeholder in der Kammerregion waren unter anderem Verwaltungsspitzen  wie Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen, Landräte, Beigeordnete, Partei- und Fraktionsvorsitzende, Arbeitgeber, DGB sowie die  Bezirksregierung.

Ort der Vernetzung

Und so sieht  die Mehrheit der Befragten die Kammer  als Ort der Vernetzung und des Austauschs, der politischen Willensbildung in den Gremien, der Beratung und Bildung. Das Lofthaus sei  hingegen  ein reines Bürogebäude, nicht zentral gelegen, zu klein für große Veranstaltungsvorhaben und in der Stadt zu wenig wahrnehmbar.
Eine Unternehmensberatung wurde von der Kammerführung  zudem beauftragt, ein  konkretes Raumprogramm auszuarbeiten, etwa für Tagungsräume, Veranstaltungsflächen oder Bürokonzepte. Dabei wird auch geprüft, ob man die Weiterbildung, die jetzt in der Eupener Straße angesiedelt ist, integrieren kann. Für den gesamten Prozess wird der  alte Standort Unter Sachsenhausen und ein fiktiver Neubau auf Eignung, Kosten  und zeitliche Machbarkeit geprüft. Der Prozess soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. 

Am Montagabend folgten die Vollversammlungsmitglieder der Analyse der Kammerführung, zu der seit 1. September der neue  Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein gehört. Er hatte in Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ angekündigt, die seit Jahren hoch emotionale Debatte versachlichen zu wollen.  Nun wurde er wie auch Präsidium unter Grünewald von der Vollversammlung beauftragt,  Optionen für  einen Verkauf, Vermietung oder die Rückabwicklungs des Kaufes des Lofthauses zu erarbeiten. 

IHK-Präsidentin Nicole Grünewald sagte dazu: „Die Zwischenergebnisse des beauftragten Anforderungsprofils für das IHK-Gebäude der Zukunft sind eindeutig: Zur DNA einer IHK gehören Aus- und Weiterbildung, Interessenvertretung, Veranstaltungen und Netzwerken gleichermaßen. Dafür ist ein reines Bürogebäude nicht geeignet. Eine IHK der Zukunft ist mehr als eine Verwaltung. Wir wollen und werden gestalten.“

Und Uwe Vetterlein meinte zum Ergebnis: „Vielleicht müssen wir auch ganz neu denken. Es wird aber auf jeden Fall keine unendliche Geschichte. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen.“

Wie geht es weiter

Und wie geht es nun weiter? Das Vorgehen birgt nach Einschätzung mehrere Vollversammlungsmitglieder deutliche Risiken. Sollte die Kammer sich entscheiden, den bisherigen Sitz nun doch noch zu sanieren, dürfte es bei der derzeitigen Bau-Hochkonjunktur noch deutlich teurer werden, als die 57 Millionen, die vor mehreren Jahren kalkuliert worden waren. Nicht nur Bauunternehmer und Handwerker sind kaum zu bekommen, sondern mittlerweile fehlt es weltweit auch an Baumaterial. Hinzu kommen noch langwierige Ausschreibungsverfahren. Allerdings ist der einst von der heutigen Präsidentin Grünewald geforderte Kostendeckel von 40 Millionen Euro dem Vernehmen nach längst nicht mehr in Stein gemeißelt. Es bleibt also spannend.

Weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die sogenannte Kooptation. Diese  ist möglich, wenn in einzelnen Wahlgruppen der IHK wichtige Segmente, also etwa große Unternehmen, nicht vertreten sind, um ein möglichst repräsentatives Bild der regionalen Wirtschaft abzubilden.  Dann können Vertreter im Nachhinein einen Sitz in der Vollversammlung erhalten.  15 neue Mitglieder wurden am Montag kooptiert, darunter unter anderem Hans Jörg Klein, stellvertretender Vorsitzenden der Geschäftsführung der  Ford-Werke  sowie Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB.

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