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Nahverkehr: Teterow hofft auf direkte Verbindung zur Ostsee

Aus unternehmerischer Sicht hat Stefan Miltenyi ein klares Votum: Die Bahnstrecke teilweise elektrifizieren und sie zweigleisig ausbauen. Dann könne man sich schon mal ganz viel Zukunft einkaufen, meint der Chef der Firma Miltenyi Biotec. Deutlich sparsamer fällt aber das Fazit einer Untersuchung zur besseren Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene für Teterow und Umgebung aus. Ein S-Bahn-Anschluss nach Rostock, wie Anfang letzten Jahres von der Bergringstadt für den neuen Nahverkehrsplan des Landkreises Rostock favorisiert, setzte sich bei dieser Prüfung nicht durch.

Im Sommer 2020 hatten die Stadt Teterow, die Firma Miltenyi Biotec, der Landkreis Rostock, die rebus Regionalbus GmbH und die Stadt Laage eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und die Untersuchung in Auftrag gegeben. Stefan Schwarzbach und Michael Otto von der VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH stellten am Freitag die Ergebnisse vor. Fünf Varianten – da gehörte der S-Bahn-Anschluss dazu – hatten sie untersucht. Den Vorzug bekommt ein neu zu schaffender Abzweig für den Regionalexpress in Lalendorf. Dafür müsste eine Verbindungskurve gebaut werden, so dass der Zug hier auch auf die Bahnstrecke nach Rostock wechseln kann. Die Idee dahinter ist, dass es dann alle zwei Stunden eine Direktverbindung über Laage nach Rostock gibt, wovon zum Beispiel auch Malchin und Stavenhagen profitieren würden, wie es heißt. Lalendorf selbst wäre in besagter Vorzugsvariante allerdings nicht angebunden. Und die Verbindung nach Güstrow und weiter nach Bützow – der Zug fährt dann bis Lübeck – ist dann auch nur noch im Zwei-Stunden-Takt möglich. Jedenfalls wenn man davon ausgeht, dass nicht mehr Züge als bisher eingesetzt werden. Die Umsteigeverbindung zum ICE in Bützow soll erhalten bleiben, besagt die Untersuchung. Die davon ausgeht, dass durch eine Direktverbindung alle zwei Stunden nach Rostock mehr Fahrgäste gewonnen als durch eine Reduzierung der Verbindung nach Güstrow verloren werden.

Mindestens zehn Jahre für Umsetzung von Plänen

Die Kosten für den Bau besagter Verbindungskurve werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Es ist erst einmal ein Vorschlag, der da jetzt auf den Tisch kam. Zu dem auch schon Meinungen laut wurden, dass ein Zwei-Stunden-Takt nach Güstrow oder Rostock per se nicht tauge. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass in die weitere Planung auch das regionale Busnetz eingebunden werden müsse.

Sollte es einmal an die Umsetzung der jetzt favorisierten Direktverbindung nach Rostock mit Bau einer Verbindungskurve in Lalendorf gehen, sollte man dafür mindestens mit zehn Jahren rechnen, kalkulieren die Männer von der VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH. „Wir würden uns freuen, wenn das Projekt nicht erst 2040 realisiert wird“, meint Stefan Miltenyi. Und verweist auf zahlreiche Pendler, zu denen auch ein Großteil der Mitarbeiter seiner Firma gehören. So arbeiten zum Beispiel 65 Prozent der Einpendler Teterows, die aus Rostock kommen, bei Miltenyi. „Wir wachsen mit 30, 40 Prozent jedes Jahr“, so Stefan Miltenyi. „Und wir haben jede Menge offene Stellen in allen Bereichen“, fügt er hinzu. Eine Anbindung sei wichtig.