Ungewohnt dunkle Töne von Popmusiker Clueso (41).

Der Erfurter („Flugmodus“) spricht mit „DB Mobil“ – dem Kundenmagazin der Deutschen Bahn – über seine schwere Kindheit. Die enorme Energie des Sängers kommt nämlich nicht von ungefähr: Clueso ist hyperaktiv.

Clueso war sogar schon deshalb in psychiatrischer Behandlung. Sechs Wochen verbrachte er als Kind in einer Klinik.

„Ich bin überall angeeckt“

Der hyperaktive Clueso, der mit bürgerlichem Namen Thomas Hübner heißt, war schlecht zu bändigen.

„Stillstand ertrage ich immer noch nicht besonders gut“, gesteht er. In der Schulzeit war das ein großes Problem. „Ich bin überall angeeckt, aber keiner hat gecheckt, dass da eine Energie ist, die kanalisiert werden wollte und ich nur das Ventil nicht gefunden habe.“

Keiner der Lehrer konnte ihm helfen. „Stattdessen war ich nur scheiße auffällig und bin irgendwann in eine Klinik gekommen.“ An das genaue Alter aus dieser Zeit kann sich der Erfurter nicht mehr erinnern. Er glaube, das war „so mit neun. Es hieß damals, man müsse Hyperaktivität stationär behandeln und ich kam für sechs Wochen in eine psychiatrische Kinderklinik.“

„Ich habe angefangen, zu rebellieren“

Besserung war nicht in Sicht. „Die haben dort den ganzen Tag Untersuchungen durchgeführt, Blut abgenommen und psychologische Tests gemacht, die ich sofort gerafft habe. Ich war zwar ein Kind, aber ja nicht bescheuert.“

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Ein Beispiel-Test: „Wenn Du drei Geschenke verteilen sollst an Deine Familie – ein großes, mittleres, ein kleines – dann checkst Du, dass es darum geht, wen Du am Liebsten hast. Und ich dachte: Warum gebt Ihr mir nicht drei gleich Große?“

Für ihn ergab das System keinen Sinn. Seine Eltern und seinen Bruder Martin (43) hatte er gleichermaßen lieb. „Ich habe angefangen zu rebellieren und meine Eltern haben mich dann rausgeholt.“

Mittlerweile macht er bei Fotoshootings in den Pausen Musik oder führt wichtige Telefonate. Sehr zur Freude der Fans war er auch auf Tour kaum zu bremsen. „Ich war auf Heimfahrten der Letzte im Tourbus und habe jedes Mal gedacht: ‚Wäre geil, wenn es jetzt noch drei Tage weitergehen würde.‘“

Seine Energie bescherte ihm auch schon acht Alben, die rund zwei Millionen Mal verkauft wurden. Seine neunte EP mit dem schlichten Titel „Album“ erscheint am Freitag.