Germany

Rettungsmission statt Vorruhestand:
Warum tut er sich das an?

Macht er den HSV wieder groß? Kulttrainer Horst Hrubesch.

Kürzlich ist er 70 geworden - andere Menschen in seinem Alter treten da kürzer. Nicht so Horst Hrubesch, der nicht lange nachdenken muss, wenn sein HSV in Not ist...

Man könnte jetzt wieder den Hrubesch-Bestseller aus dem Jahr 1980 herauskramen und räsonieren: Wieso frönt er nicht seiner Leidenschaft, dem Dorschangeln (…vom Boot und an den Küsten“), wozu er jetzt eigentlich Zeit hätte? Wieso tut er sich das an, drei Wochen nach seinem 70. Geburtstag? Von einem Rentnerleben scheint Horst Hrubesch aber ähnlich viel zu halten wie Friedhelm Funkel, der zwei Jahre jünger ist und gerade mal wieder den 1. FC Köln trainiert. Und trotzdem: Für Hrubesch ist sein Trainer-Comeback beim HSV viel mehr als ein bisschen Nervenkitzel im Vorruhestand.

Funkel begründete sein FC-Comeback damit, dass es ihm ein bisschen langweilig geworden sei in der Corona-Krise. Bei Hrubesch, dem passionierten Angler, zieht dieses Argument nicht (sein Hobby ist pandemiesicher), bei ihm lag der Fall so: Der HSV hat SOS gefunkt, weil ihm der fest eingeplante Aufstieg zum dritten Mal zu entgleiten droht. Und was macht da ein charakterstarker Mensch wie Hrubesch? Er hilft eben aus. So wie Heynckes seinen Bayern geholfen hat, Bierofka seinen Löwen – und viele andere Ehemalige, die nie vergessen haben, wo sie als Fußballer oder Trainer groß geworden sind.

Hrubesch hat ja schon vieles in seinem Leben gemacht. 2018 ist er sogar als Frauen-Nationaltrainer eingesprungen. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass es wohl eine seiner undankbarsten Aufgaben ist, für die er sich hat breitschlagen lassen. Um die Risiken dieser Rettungsmission einzuschätzen, genügt kein flüchtiger Blick auf die Tabelle. Ein zweiter Blick ist dringend vonnöten, denn hinter dem auf Platz drei geführten HSV lauern die punktgleichen Düsseldorfer (Funkels Ex-Club) – und dann ist da ja noch Holstein Kiel, das gestern Abend das erste von drei coronabedingten Nachholspielen bestritt (beim Druck dieser Ausgabe nicht beendet).

Die Chance, dass es für Hrubesch diesmal kein Happy-End gibt, ist also durchaus gegeben. Umso mehr ehrt es den rüstigen Alleskönner, dass er seinen bequemen Job als NLZ-Koordinator noch mal für drei bis fünf Spiele verlässt. Führt er den HSV zurück in die 1. Liga, hat er sein Denkmal sicher (neben dem von Uwe Seeler). Scheitert er, ist das zwar bitter für den erfolgsverwöhnten Hrubesch. Andererseits weiß der passionierte Dorschangler: Einen dicken Fisch fängt nur derjenige, der seine Angel auch ins Wasser hält. Den stolzen HSV jetzt noch zurück ins Reich der Dinos zu führen, wäre zweifellos die größte Trainerleistung, die der U 21-Europameister und olympische Silbermedaillengewinner je vollbracht hat.

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