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Rimpar: Weltladen hat eröffnet

Die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Rimparer Ortsmitte mit einem neuen Angebot zu stärken, das sind die Ziele des neu eröffneten Rimpars Weltladens im Alten Rathaus in der Niederhoferstraße. Die inzwischen 25 Mitglieder des Trägervereins konnten sich bei der Vorbereitung auf eine breite Unterstützung durch Bürger und örtliche Firmen verlassen. Einrichtung und Waren konnten mit Hilfe privater Kredite und Spenden angeschafft werden.

Die Idee, in Rimpar einen Weltladen einzurichten, gibt es schon seit mehreren Jahren, berichten die Verantwortlichen. Erstmals hatte es 2016 eine Initiative im Gemeinderat gegeben, für die Marktgemeinde eine Fair-Trade-Zertifizierung anzustreben. Eine wichtige Säule dafür ist ein Weltladen. Bis es so weit war, mussten die Ehrenamtlichen einige Hürden nehmen, den Verein gründen, einen Vorstand finden und sich in das Steuerrecht einarbeiten. Mit Unterstützung eines örtlichen Handwerksbetriebs wurde ein neuer Boden verlegt. Auch gab es bislang keine Toilette und keinen Wasseranschluss.

Eine Aufgabe, die Zeit beansprucht

Die Regale mussten aufgestellt werden. Noch am Vorabend waren Mitglieder dabei, die Waren auszuzeichnen. Den Verkaufsraum in dem Renaissance-Bau aus der Zeit von Fürstbischof Julius Echter, der bis in die 80er Jahre als Rathaus genutzt wurde, hat die Marktgemeinde für eine günstige Miete zur Verfügung gestellt. "Es macht unheimlich viel Spaß", erzählt Vorsitzende Heike Schuster. Wie viel Zeit ihre neue Aufgabe beansprucht, habe sie jedoch etwas unterschätzt.

Von dem Verkaufspreis erhalten die Landwirte und Handwerker aus den Erzeugerländern einen über den Dachverband der Weltläden festgelegten Anteil. Mit dem Erlös möchte der Verein zunächst seine Schulden abbauen. Später sollen auch soziale Projekte unterstützt werden. "Es war uns wichtig, eine möglichst breite Palette anzubieten, um möglichst viele Leute anzusprechen", erzählt Verkaufsleiterin Annette Rückert. Eine Autofahrt nach München, wo sich ein Fairhandelshaus befindet, habe geholfen, das Angebot kennenzulernen.

Angebot an Kundenwüschen orientieren

In den kommenden Monaten möchte das Team das Sortiment stärker an die Wünsche der Kunden anpassen. An Weihnachten soll es besondere Angebote geben. Überdies stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Geschenkkörbe zusammen. In den Regalen sind die Klassiker zu finden wie Tee und Kaffee, Wein aus Südafrika und Chile, lateinamerikanischer Met und eine Fülle an Aufstrichen,  Reis, aber auch eine große Auswahl an Handwerksprodukten. Zu den Besonderheiten zählen "mafiafrei" gehandelte Produkte einer Kooperative aus Sizilien oder "klimaneutraler" Kaffee aus Nicaragua, der per Segelschiff nach Europa transportiert wurde.

Besonders fällt ein Sofa auf, das mitten im Laden steht und zum Entspannen einlädt. Gegen eine Spende gebe es Kaffee oder Tee zum Probieren, erzählt Rückert. Wichtig ist dem Verein über die Herkunftsländer der Produkte zu informieren. Hierfür soll es im Laden auch Veranstaltungen geben.