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RKI meldet 45.753 Neuinfektionen - Inzidenz sinkt leicht auf 452,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.35 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.836.813 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

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Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 4.893.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.344.

Alle Entwicklungen im Liveticker:

Wegen der Corona-Pandemie haben mehr als ein halbes Dutzend wichtige brasilianische Städte keine traditionellen Silvesterpartys geplant oder diese abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal „G1“ am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf die Bürgermeister von Städten wie Salvador, Fortaleza, Belo Horizonte und Florianópolis.

„Die USA haben mit weniger Panik auf die Meldungen der neuen Variante reagiert“

Die neue Corona-Variante Omikron beherrscht nicht nur das allgemeine Leben, sondern auch das der Börse. Wie der Markt in den USA auf die neuesten Corona-Meldungen reagierte, dazu der Anlagestratege Alexander Berger.

Quelle: WELT/ Alexander Siemon

Derzeit wird untersucht, ob es sich bei einem Passagier, der am Samstag aus Südafrika in São Paulo ankam und positiv getestet wurde, um die Omikron-Variante handelt. Die brasilianische Regierung hatte am Freitag entschieden, die Einreise auf dem Luftweg aus der Region ab Montag einzuschränken. Insgesamt haben sich in Brasilien nach offiziellen Angaben mehr als 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 614.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – mehr Tote gibt es nur in den USA. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner.

Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne ging die Zahl der Toten stark zurück, der Optimismus wuchs. So prüfen etwa São Paulo und Rio de Janeiro die Veranstaltung von Silvesterfeiern, die Besucher aus der ganzen Welt anziehen, oder halten vorerst daran fest. Sambaschulen in Rio bereiten sich auf die berühmten Umzüge im Sambodrom vor. Experten warnten, dass der falsche Eindruck vermittelt werden könnte, die Pandemie sei zu Ende.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert zum Eindämmen der bedrohlichen Corona-Ausbreitung ein stärkeres Herunterfahren vieler Bereiche des öffentlichen Lebens. „Wir brauchen einen einheitlichen Teil-Lockdown in vielen Regionen des Landes, um die vierte Welle zu brechen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur vor Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. Dies bedeute keine allgemeinen, sondern gezielte Schließungen dort, wo die Lage außer Kontrolle sei. „Schulen und Kitas sollten mit Masken und täglichen Tests aber möglichst offen bleiben.“ Für Ungeimpfte sollte es Kontaktbeschränkungen im Privaten wie im ersten Lockdown geben.

Dahmen mahnte dringende Verbesserungen beim Krisenmanagement an. „Wir sind beim Impfen zu langsam, bei den Schutzmaßnahmen zu zögerlich und bei der Patientenverlegung aus überlasteten Klinken zu umständlich.“ Deswegen brauche es jetzt einen Krisenstab, der sich insbesondere sofort um die Impfkampagne kümmere. Angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus sollten 1,5 Millionen Menschen am Tag geimpft werden. „Das gelingt uns derzeit nicht, weil wir zu wenig Impfstoff haben und die vorhandenen Dosen ineffizient verteilen.“ In die Impfkampagne eingebunden werden sollten endlich auch Apotheken.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA könnte einem Zeitungsbericht zufolge Auffrischungsimpfungen für 16- und 17-Jährige mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer bereits kommende Woche zulassen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

00.35 Uhr – Omikron birgt Risiken für Wachstum und Inflation

Die Omikron-Mutante des Coronavirus könnte nach Ansicht der Ratingagenturen Moody‘s und Fitch die globalen Wachstumsaussichten beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben. „Die Omikron-Variante birgt Risiken für das globale Wachstum und die Inflation, insbesondere da sie in einer Zeit auftritt, in der die Versorgungsketten bereits überlastet sind, die Inflation steigt und es auf dem Arbeitsmarkt zu Engpässen kommt“, erklärt Elena Duggar, Associate Managing Director bei Moody‘s, in einer E-Mail an Reuters.

Die Agentur Fitch erklärt, dass „ein weiterer globaler Abschwung, wie er in der ersten Hälfte des Jahres 2020 zu beobachten war, sehr unwahrscheinlich ist, aber der Anstieg der Inflation wird makroökonomische Reaktionen erschweren, wenn die neue Variante sich durchsetzt.“

Die Sozialpsychologin Pia Lamberty wirft der Bundesregierung Verharmlosung beim Umgang mit Impfgegnern vor. Man sei von Werten vor der Pandemie ausgegangen, wonach es nicht mehr als drei bis fünf Prozent radikale Impfgegner gebe, sagte die Mainzer Forscherin dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstag). Doch diese beeinflussten die Skeptischen und Ängstlichen und „gießen zur Impfskepsis noch Verschwörungserzählungen dazu“. „Hätte man das ernster genommen, würde man heute besser dastehen“, sagte sie.

In Befragungen, die aus der Zeit vor Corona stammten, gebe jeder Zweite an, lieber dem Bauchgefühl als „sogenannten“ Experten zu trauen, erklärte Lamberty. „Die Politik hat gedacht, wir brauchen keine Impfkampagne, und dann hat man gesehen: ‚Oh Gott, da ist ja ein Problem‘.“ Auch bei der Fälschung von Impfpässen hätte der Gesetzgeber härter und früher durchgreifen müssen. Erste Berichte über gefälschte Impfpässe habe es bereits im Frühjahr gegeben.

Auf eine Impfpflicht würden die Menschen unterschiedlich reagieren, sagte die Forscherin. „Es wird vermutlich die geben, die selbst unsicher waren und die Entscheidung nun auf den Staat auslagern können. Aber eben auch die, die mit mehr Reaktanz, Trotz oder Radikalisierung reagieren.“ Insgesamt sprach Lamberty, die seit Jahren zu Verschwörungstheorien forscht, von einer bedrohlichen Gemengelage: „Der Ton ist rau geworden, es brodelt, und die Menschen haben Angst.“

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise „bundesweit einheitliche, notbremsende Maßnahmen“ gefordert. „Das kann natürlich als Ultima Ratio, als letzter Schritt, auch ein Lockdown sein“, sagte der CDU-Politiker beim TV-Sender Bild Live. „Aber es geht doch im Moment mal darum, dass wir überhaupt die Handlungsspielräume nochmal herstellen.“

An diesem Dienstag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten über die sich zuspitzende Krise sprechen.

Hans kritisierte: „Im Moment dürfte ein Bundesland, wenn es in ‚ne Notlage kommt, noch nicht mal in den Lockdown gehen. Das sieht das Bundesgesetz nicht vor, weil die nationale (...) epidemische Notlage nicht anerkannt ist.“ Er forderte deshalb die Parteien der angestrebten Ampel-Koalition auf, dafür zu sorgen, „dass die entsprechenden Möglichkeiten geschaffen sind“. „Es braucht für Ganz-Hoch-Inzidenzgebiete die Möglichkeit, zuzuschließen.“

„Wir haben eine nationale pandemische Notlage, und bin der Auffassung, wir müssen deswegen jetzt auch national handeln und zusammenkommen“, sagte Hans. Mit Blick auf die Bund-Länder-Schalte forderte er: „Ich hab da schon die Erwartung, dass wir die ganz grundlegenden Fragen nochmal miteinander besprechen. Es muss doch jetzt wirklich gehandelt werden angesichts der hohen Zahlen.“

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