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Russlands Präsident Putin dreht am Gashahn, und die Berliner Ampel lässt die Stromkunden bluten

Wer sich als Staat erpressbar macht, wird auch erpresst. Russlands Präsident Wladimir Putin; Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

KOMMENTAR

Russlands Präsident Putin dreht am Gashahn, und die Berliner Ampel lässt die Stromkunden bluten

Auf die Bundesbürger kommen drastisch höhere Strompreise zu. Olaf Scholz setzt auf den Bau neuer und teurer Gaskraftwerke. Dabei gäbe es eine billigere Alternative. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Wer sich als Staat erpressbar macht, wird auch erpresst. Die künftige Ampel-Regierung hat noch vor ihrem Amtsantritt einen Vorgeschmack darauf erhalten, wie es ist, vom Wohlwollen von Autokraten wie Wladimir Putin abhängig zu sein. Nach Wochen des Taktierens will sich Russlands Präsident nun doch herbeibequemen, Europas leere Gasspeicher wieder etwas aufzufüllen. Seine Staatsmedien feiern ihn dafür als Retter Europas. In den Tagen davor hatte Putin indes kein Hehl daraus gemacht, dass sein Gas schneller fließen könne, wenn erst die (politisch umkämpfte) Betriebserlaubnis für die Ostseepipeline vorliege.

Scholz und seine Ampelfreunde wollen die Lektion aus Moskau partout nicht lernen

Leider wollen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und seine Ampelfreunde die Lektion aus Moskau partout nicht lernen. Unbeirrt setzen sie auf noch mehr Putinsches Gas als Energiebrücke bis zu dem fernen Tag, da es genug Wind- und Solarstrom gibt – und das, obwohl Deutschland schon jetzt mehr als 50 Prozent des Gasbedarfs aus Russland deckt. Dabei hätte es die Regierung in der Hand, durch einen Weiterbetrieb der sechs verbliebenen Atommeiler über 2022 hinaus Deutschlands Strom-Grundversorgung sicherzustellen, bis genügend Erneuerbare (und Stromnetze!) verfügbar sind. Doch Olaf Scholz will lieber teure neue Gaskraftwerke bauen, als die halsbrecherische Entscheidung der Vorgängerin zum gleichzeitigen Ausstieg aus Kohle und Atom zu revidieren. Und der FDP fehlt der Mut zur überfälligen Kurskorrektur.

Den Preis für diese Politik zahlen das Klima – anders als Atom ist der fossile Brennstoff Gas nicht CO2-neutral – und der von der SPD sonst so gern beschworene kleine Mann, dem die Stromkosten über den Kopf wachsen. Denn sein knappes Gas lässt sich Putin, wer soll es ihm verdenken, teuer bezahlen. Kein Wunder, dass man überall in Europa den Kopf schüttelt über diese unbekümmerten, auf ihre Versorgungsunabhängigkeit pfeifenden Deutschen.