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Satirischer Wochenrückblick: Die Maus als Ampelmännchen

Köln -

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich die SPD-Ratsfraktion zu einer verkehrspolitischen Initiative durchgerungen, die den Masterplan Parken von Grünen, CDU und Volt an Komplexität noch übertreffen wird. Die Maus soll ein Ampelmännchen werden. Als Anerkennung ihrer Lebensleistung zu ihrem 50. Geburtstag. An ihrem Geburtsort, der Nord-Süd-Fahrt.

Und schon geht’s los mit einem ganzen Rattenschwanz von Problemen. Die Maus, ein Ampelmännchen? Welches Geschlecht hat sie eigentlich? Keines, sagt ihr Erfinder Armin Maiwald. Nur die Logik einer Zeichentrickfigur. Wie kann er sich so weit aus dem Mauseloch wagen? Er hat sie doch gar nicht gezeichnet. Lassen wir das also mal offen.

Zweites Problem: die Straßenverkehrsordnung. Sie schreibt vor, dass im Lichtzeichen für das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger zeigen muss. Die Maus, ein Fußgänger? Pardon, ein zu Fuß Gehender. Ob ihre Pfötchen im weitesten Sinne der Straßenverkehrsordnung als Füße ausgelegt werden dürfen? Die Antwort auf diese Frage findet sich in keinem Paragrafen.

Drittes Problem: Was ist mit dem Radstreifen? Die Maus ohne Helm auf einem Fahrrad? Was ist mir ihrer Vorbildfunktion für Kinder? Bei all dem Unfug, den sie schon angestellt hat. Auf dem Lenker fahren und so.

Bis diese Fragen geklärt, gibt es in der Innenstadt keine Parkplätze mehr, ist die Nord-Süd-Fahrt unter der Erde verschwunden, die Maus 100 Jahre alt und muss sich keine Gedanken darüber machen, wie sie ihr leuchtend orangefarbenes Fell alle 60 Sekunden abwechselnd in Rot und Grün zum Leuchten bringen soll.

Und die SPD? Wuppertal hat zum 200. Geburtstag dem bedeutendsten Sohn der Stadt in ein Ampelmännchen verwandelt. Friedrich Engels leuchtet jetzt Grün. Rot wurde nicht genehmigt. Aus Sicherheitsgründen.