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Start-up Lucid Motors aus den USA: 40 Milliarden Dollar, aber noch kein Auto

Skizze des Lucid Air Bild: Lucid Motors

Lucid Motors gelingt der Sprung an die Börse. Jetzt will das Start-up aus Kalifornien Mercedes angreifen.

Erst mal muss Peter Rawlinson lachen, als er die Frage hört: Ist es nicht völlig verrückt, dass ein Autobauer, der noch kein einziges Fahrzeug an einen Kunden ausgeliefert hat, bei seinem Börsengang mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet wird? Mag sein, dass auch Rawlinson das einigermaßen sportlich findet, aber natürlich lautet seine Antwort ganz anders. Schließlich ist der Brite Chef ebenjenes Autoherstellers: Lucid Motors heißt das Start-up aus Kalifornien, und die allermeisten Autofahrer werden den Namen noch nie gehört haben. Die Anleger aber sind begeistert – und so brachte Lucid bei seinem Debüt an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq in dieser Woche einen Börsenwert auf die Waage, der rund 40 Prozent vom Wert des Stuttgarter Daimler-Konzerns entspricht.

Marcus Theurer

Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Wie verrückt ist das also? Rawlinson antwortet: „Ich sehe das sehr langfristig.“ Es zähle nur, dass Lucid jetzt den Kunden ein großartiges Auto liefere. Dann sei die Bewertung auch gerechtfertigt, sagt er. Außerdem: 40 Milliarden Dollar, das sei ja nur ein kleiner Bruchteil des Werts des E-Autobauers Tesla – so gesehen also sei sein Unternehmen gar nicht so teuer. Der Lucid-Chef meldet sich zum Interview aus New York, das Gespräch mit der F.A.S. findet am Tag nach dem spektakulären Börsengang statt, und Rawlinson ist erkennbar in Angriffslaune. Seine Botschaft nach Deutschland: Sein Hauptkonkurrent ist nicht Tesla-Boss Elon Musk, sondern Ola Källenius, der Vorstandschef von Daimler.

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