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Tesla schafft weiteren Rekordgewinn

Tesla hat ein weiteres Rekordquartal hinter sich. Der Elektroautohersteller meldete am Mittwoch nach Börsenschluss für die vergangenen drei Monate einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Er übertrifft damit seinen bisherigen Höchstwert von 1,1 Milliarden Dollar, den er erst im zweiten Quartal aufgestellt hatte.

Die Zahlen lagen insgesamt über den Erwartungen von Analysten. Der Aktienkurs notierte im nachbörslichen Handel dennoch leicht im Minus, er hat sich allerdings in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Tesla hat an der Börse derzeit eine Marktkapitalisierung von mehr als 850 Milliarden Dollar bewertet und ist damit trotz im Wettbewerbsvergleich überschaubarer Verkaufszahlen der mit Abstand am höchsten bewertete Autohersteller in der Welt.

Im vergangenen Quartal hat Tesla mehr als 241.000 Autos ausgeliefert und damit so viele wie noch nie. Dabei war das Unternehmen von den gegenwärtigen Engpässen in der Lieferkette, unter denen die ganze Branche leidet, nicht unberührt. Tesla wies zum Beispiel auf einen Mangel an Halbleitern sowie auf überlastete Häfen hin. Die Engpässe hätten auch zu höheren Kosten geführt. Vorstandschef Elon Musk sprach unlängst auf der Aktionärsversammlung von einem „ständigen Kampf“ um einen Nachschub an Komponenten in diesem Jahr.

Tesla will bis Jahresende Betrieb in Austin aufnehmen

Trotzdem schaffte Tesla einen Rekordgewinn, der außerdem im Gegensatz zu früher nicht auf Emissionspunkte zurückzuführen war. Dieses Geschäft stand für einen Umsatz von 279 Millionen Dollar, also nur einen Bruchteil des Nettogewinns. Noch im ersten Quartal dieses Jahres war es höher als der gesamte Gewinn. Tesla bekommt diese Zertifikate von Regierungen für die Produktion von Elektroautos und verkauft sie dann an Wettbewerber, denen dies hilft, gesetzliche Emissionsvorgaben zu erfüllen. Es ist ein lukratives Geschäft, das aber zuletzt geschrumpft ist. Je mehr andere Hersteller selbst Elektroautos herausbringen, umso weniger brauchen sie Teslas Zertifikate.

Teslas Gewinn je Aktie lag im abgelaufenen Quartal bei 1,86 Dollar und war damit um 27 Cent besser als erwartet. Alyssa Altman vom Beratungshaus Publicis Sapient nannte die Ergebnisse „extrem stark“. Die vergleichsweise wenig komplexe Produktlinie helfe Tesla, die Schwierigkeiten in der Lieferkette besser zu bewältigen als andere Unternehmen.

Wie es im Quartalsbericht hieß, rechnet Tesla weithin damit, vor Jahresende die noch immer ausstehende finale Genehmigung für sein neues Werk im brandenburgischen Grünheide zu bekommen und dort mit der Produktion zu beginnen. Ursprünglich hatte Tesla auf einen Start im Juli dieses Jahres gehofft. Obwohl das Werk noch nicht eröffnet ist, hatte Tesla hier vor knapp zwei Wochen schon einen Tag der offenen Tür, zu dem auch Musk einflog.

Tesla peilt auch weiterhin an, noch bis zum Jahresende den Betrieb in seinem neuen US-Werk im texanischen Austin aufzunehmen. Dort entsteht der zweite amerikanische Produktionsstandort für Tesla-Fahrzeuge nach dem bisherigen Stammwerk im kalifornischen Fremont. Tesla hat unlängst auch angekündigt, seine Unternehmenszentrale von Kalifornien nach Austin zu verlegen.

Andere Projekte verzögern sich indessen. Mit der Produktion seines futuristischen Pick-up-Transporters „Cybertrucks“, die ursprünglich Ende dieses Jahres anlaufen sollte, wird in größeren Stückzahlen erst 2023 gerechnet. Auch der erste Tesla-Lastwagen wird nach Erwartung des Unternehmens erst von 2023 an hergestellt werden. Das Fahrzeug mit dem Namen „Semi“ wurde schon 2017 vorgestellt, damals war von einem Produktionsstart 2019 die Rede.