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Urlaub im Risikogebiet: Erhalten Reiserückkehrer in Quarantäne weiterhin ihr Gehalt?

Derzeit werden viele beliebte Urlaubsgebiete zum Risikogebiet erklärt. Doch wie steht es um die Lohnfortzahlung, wenn Reiserückkehrer in Quarantäne müssen?

Sommer, Sonne, Strand und Meer – danach sehnen sich im Moment viele Deutsche, bei denen eine gewisse Lockdown-Müdigkeit eingesetzt hat. Beliebte Urlaubsziele wurden jedoch inzwischen zum Risikogebiet erklärt*. Das bedeutet: Nach der Rückkehr müssen Urlauber umgehend in Quarantäne, und das für mehrere Tage. Dabei ahnen viele nicht, dass ihr Gehalt* auf dem Spiel steht.

Quarantäne: In diesem Fall erhalten Arbeitnehmer Lohnfortzahlung

Grundsätzlich sei gesagt: Arbeitnehmer, die sich unverschuldet in behördlich angeordnete Quarantäne begeben müssen (etwa aufgrund eines Kontakts mit Covid-19-Patienten oder wegen eines positiven Coronatests), erhalten weiterhin ihr Gehalt. Die Lohnfortzahlung ist gemäß dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 Abs. 1 Satz 3 IfSG) gesichert. In der Praxis übernimmt der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung, diese kann er sich von der zuständigen Behörde erstatten lassen (§ 56 Abs. 5 IfSG). Wer in Quarantäne im Homeoffice arbeiten kann, bezieht ohnehin sein Arbeitsentgelt.

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Urlaub in Risikogebiet: Mitarbeiter müssen in selbstverschuldeter Quarantäne auf Gehalt verzichten

Anders sieht es aus, wenn ein Arbeitnehmer wissentlich in ein Risikogebiet verreist und sich danach in Quarantäne begeben muss. In diesem Fall ist die Quarantäne selbstverschuldet, weil nach den jeweiligen Landesverordnungen der Bundesländer die Verpflichtung entsteht, sich bei der Rückkehr in Quarantäne zu begeben.

Da der Mitarbeiter so seine Arbeitsleistung gemäß § 616 BGB selbstverschuldet nicht erbringen kann, steht ihm auch kein Entgeltfortzahlungsanspruch zu. Auch eine Entschädigungszahlung nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 Abs. 1 Satz 3 IfSG) kommt in diesem Fall nicht in Frage. Das wurde durch das Dritte Bevölkerungsschutzgesetz geregelt. Seit dem 19. November 2020 ist darin ausdrücklich zu lesen, dass ein Entschädigungsanspruch entfällt, wenn eine vermeidbare Reise in ein bereits zum Zeitpunkt der Abreise eingestuftes Risikogebiet stattgefunden hat. Vermeidbar heißt in diesem Fall, wenn „zum Zeitpunkt der Abreise keine zwingenden und unaufschiebbaren Gründe für die Reise vorlagen“, etwa familiäre Notfälle (etwa eine Beerdigung), dringende medizinische Behandlungen oder auch behördliche Termine. Wer dann nicht im Homeoffice arbeiten kann, muss für die Zeit der Quarantäne finanzielle Einbußen hinnehmen.

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Nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet müssen Urlauber in Quarantäne – oft ohne Lohnfortzahlung.

Was passiert, wenn das Urlaubsziel plötzlich zum Risikogebiet erklärt wird?

Wenn das Urlaubsziel erst nachträglich zum Risikogebiet erklärt wurde, weil etwa die Infektionszahlen rapide angestiegen sind, haben Arbeitnehmer Glück gehabt: Da Urlaubsrückkehrer in diesem Fall unverschuldet in Quarantäne müssen, greift hier wiederum die Entschädigungszahlung nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 Abs. 1 Satz 3 IfSG). Die Lohnfortzahlung ist also gesichert!

Wann werde ich in Quarantäne krankgeschrieben?

Übrigens: Wer in Quarantäne Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigt, wird vom Arzt krankgeschrieben. Die Lohnfortzahlung erfolgt dann, wie bei jeder anderen Erkrankung auch, über den Arbeitgeber. Mehr zum Thema Krankschreibung in Quarantäne lesen Sie hier. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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