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Wetter: Kälterer Rekord-Winter als Eis-Dezember 2010 droht

Durch das Netz geistern aktuell wieder viele Wetter-Prognosen. Manche sprechen von einem Rekord-Winter. Meteorologe Dominik Jung ordnet die Aussagen ein.

Kassel - Zurzeit geistern mal wieder einige spektakuläre Wetter-Prognosen durch das Netz. Manche spekulieren über einen Rekord-Winter mit viel Schnee und Kälte. Auch Experten gaben die ersten Wetter-Prognosen zum kommende Winter* ab. Nun hat sich der Meteorologe Dominik Jung von Wetternet.de zu den vermeintlichen Vorhersagen geäußert.

Ein Kommentator beispielsweise habe gelesen, dass der kommende Winter sehr kalt ausfallen solle. Der Eis-Dezember 2010 soll „ein Klacks“ dagegen gewesen sein. Die Temperaturen im Dezember 2010 lagen fast vier Grad unter dem langjährigen Klimamittel. „In Berlin und Aachen lagen, glaube ich, an Heiligabend 30 bis 45 Zentimeter Schnee“, sagt Jung.

Wetter in Deutschland: Steht ein Rekord-Winter bevor? (Symbolbild).

Rekord-Winter in Deutschland? Wetter-Experte Jung ordnet ein

Laut der Noaa-Prognose fällt der kommende Winter im Dezember in Nord- und Süddeutschland „ein halbes Grad zu warm“ aus, erklärt Jung. Der Dezmeber in Mitteldeutschland läge im normalen Bereich. Laut der Wetter-Prognose erwartet Ostdeutschland im Januar Temperaturen um ein Grad wärmer als das Klimamittel der vergangenen aktuellen 30 Jahre - und Westdeutschland Temperaturen um ein halbes Grad erhöht.

Auch der Februar zeichne sich als warmer Winter-Monat ab. „Rund ein Grad wärmer als das Vergleichsmittel 1991 bis 2020“, sagt Jung in dem Wetter-Video. Man sehe also: Ein kalter Winter sei - zumindest aktuell - nicht zu erkennen.

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Laut Meteotologe Jung: Wetter-Modell nicht mit klassischer Vorhersage gleichzusetzen

Doch Jung schränkt ein: Das Modell vom US-Wetter-Dienst Noaa könne nicht mit einer klassischen Wetter-Vorhersage gleichgesetzt werden. Es handele sich um ein „experimentelles Modell“ - vor allem die tagesaktuellen Prognosen hätten nur geringe Aussagekraft. Denn: „Die Berechnungen ändern sich in der Regel alle sechs Stunden“, erklärt Jung. „Das macht keinen Sinn“. Aber: Die oben beschriebene Monatsprognose komme der Wahrheit näher, da sie eine Mittelung vieler Berechnungen berücksichtige. „Und das ist natürlich aussagekräftiger, als ständig nur auf Einzelläufe zu setzen“.

Die Berechnungen seien eben nicht mit klassischen Vorhersagen zu vergleichen, wie das Wetter am nächsten Tag werde. „Und wir können auch überhaupt nicht wirklich vorhersagen, ob es an Heiligabend jetzt Schneefall in Berlin gibt - oder Sonne und Frühlingswetter in München“, sagt Jung. (Jan Wendt) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Graham Hughes/dpa

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