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Zoff um MVV-Tickets: Grüne kritisieren OB Reiter - MVG wollte sogar 8,5 Prozent mehr

Jetzt kritisieren auch die Grünen im Rathaus die Fahrpreiserhöhung beim MVV. Die Stadträte fühlen sich von OB Dieter Reiter (SPD) übergangen. Der verteidigt die Erhöhung als notwendigen Kompromiss. Denn nach Informationen unserer Zeitung hatte die MVG sogar eine Steigerung von 8,5 Prozent eingefordert.

Dem ein oder anderen sind bei dem Thema bereits die Gesichtszüge entgleist – jetzt auch den Grünen im Rathaus. In einem offenen Brief an OB Dieter Reiter (SPD) kritisieren die Stadträte die Preiserhöhung beim Münchner Verkehrsverbund (MVV) und den Rathauschef. „Wir hätten es vorgezogen, wenn eine für die Verkehrswende – unser gemeinsames politisches Projekt – so bedeutende Entscheidung zuvor in den Gremien der Stadtratsmehrheit hätte erörtert werden können“, heißt es da säuerlich.

Wie berichtet hatte sich die MVV-Gesellschafterversammlung, bestehend aus Vertretern des Freistaates, der Landkreise und der Stadt, am Freitag auf eine Fahrpreiserhöhung von 3,7 Prozent verständigt. Wie unsere Zeitung gestern aus mehreren Quellen im Rathaus erfuhr, hätte es sogar noch schlimmer kommen können. Denn offenbar war die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit einer Forderung nach einer Erhöhung um 8,5 Prozent in die Verhandlungen gegangen.

Die Kritik der Grünen entlädt sich nicht so sehr an der durchschnittlichen Fahrpreiserhöhung um letztlich 3,7 Prozent. „Auch wenn die öffentlichen Verkehrsmittel wegen der allgemeinen Preisentwicklung und notwendiger hoher Investitionen nicht kategorisch von jeglicher Verteuerung ausgenommen werden können, irritiert uns das völlige Fehlen strategischer Überlegungen und irgendeiner sozialen Struktur“, heißt es weiter in dem Brief, den die beiden Fraktionsvorsitzenden Anna Hanusch und Florian Roth unterschrieben haben.

So wird bemängelt, dass die für sozial Benachteiligte reservierte IsarCardS um die gleiche Steigerungsrate, nämlich 3,66 Prozent, erhöht wird wie andere Angebote. Auch die Treue von Abonnenten werde nicht berücksichtigt. „Sie werden der annähernd gleichen Tarifsteigerung unterworfen wie die Nutzer von Streifenkarten.“

Die Pauschalität dieser Tariferhöhung halten die Grünen für verfehlt und widersprächen ihr ausdrücklich. „Die öffentlichen Verkehrsmittel sind drastisch unterfinanziert. Wir unterstützen Sie daher uneingeschränkt in all Ihren Bemühungen, neue Finanzierungsquellen für den ÖPNV zu erschließen. Dazu wird es unumgänglich sein, auch die Budgets von Bund und Ländern mehr als bisher heranzuziehen.“

OB Reiter antwortete gestern postwendend. Die Tarifsteigerung zur Finanzierung des Nahverkehrs sei notwendig. Die 3,7 Prozent deckten den Finanzbedarf des Verkehrsunternehmens nicht einmal zur Hälfte. „Die Erhöhung ist also ein Kompromiss der den aktuellen Betrieb und notwendige Leistungssteigerungen im ÖPNV sicherstellt, aber auch das berechtigte Interesse der Bürger an möglichst günstigem öffentlichen Nahverkehr weitestmöglich berücksichtigt.“

Die Kritik der Grünen sei populistisches Wahlkampfgetöse, denn es werde mit keinem Wort ein konstruktiver Vorschlag unterbreitet, wie die Finanzierung anderweitig sichergestellt werden solle. „Natürlich fehlt auch der Vorschlag, welche Kunden wir für die kritisierten Einzelerhöhungen hätten höher belasten sollen. Insofern finde ich diese Pauschalkritik zum jetzigen Zeitpunkt mit Blick auf die Bundestagswahl zwar wenig überraschend, aber in der Sache leider vollkommen daneben.“

Unterstützung in der Grünen-Schelte bekam Reiter am Montag von CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl: Offene Briefe zu schreiben, sei das Eine. „Das nutzt aber nichts, man muss auch handeln. Ich bin gespannt, ob das diesmal so sein wird.“ Der Stadtrat befasst sich wohl im Dezember mit der Preiserhöhung beim MVV.

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